Donnerstag, 29. August 2013

Talofa Samoa

Samoa, 16. August 2013 - 24. August 2013

Talofa ihr Lieben, da sind wir wieder – zurück aus Samoa und hier ist mein Reisebericht für euch:

Regen beim Abflug in Auckland
Bei der Ankunft in Apia umhüllte uns eine Wolke feuchter schwerer Tropenluft, da der Flughafen sehr klein ist läuft man direkt vom Rollfeld zum Flughafengebäude, in der Gepäckhalle empfing eine samoanische Band alle Reisenden mit typischer Pazifik-Urlaubs-Musik.
Da wir erst um halb zehn Abends landeten haben wir bereits im Voraus ein Taxi zu unserer ersten Fale gebucht und wurden wie versprochen abgeholt. Etwa eine Stunde dauerte die Fahrt quer über die Insel  und es war schon recht spät als wir unsere Unterkunft „Virgin Cove“ erreichten. Da das ganze Virgin Cove bei unserer Ankunft schon im Tiefschlaf war sind auch wir sofort ins Bett gefallen.
Am nächsten Tag wurden wir vom prasselnden Regen geweckt, das Geräusch das wir schon von der Woche zuvor in Auckland nur zu gut kannten und eigentlich der Grund warum wir Neuseelands Wetter entflohen sind.

 
Was wir nicht wussten war das die Region um die Bucht Virgin Cove im Dezember 2012 von Zyklon Evan sehr großen Schaden erlitten hatte und erst im März diesen Jahres wieder eröffnet wurde, demnach sah die Bucht in der wir urlaubten auch noch ziemlich mitgenommen aus fast so als wäre der Sturm erst vor ein paar Wochen durchgefegt. Es schien so als blieben Urlauber aus und somit die Einnahmen um weitere Reparaturen auszuführen. An einem Abend waren wir sogar die einzigen Gäste und zu meiner Enttäuschung wurden keine Pina Colada’s serviert.
Samstag und Sonntag waren wir total eingeregnet. Caio band immer mal wieder unsere aus Palmblättern  gewobenen Wände an unserer Fale nach die der Wind ansonsten in alle Richtungen mitgenommen hätte.
Am Montagmorgen kam dann endlich die Sonne raus und Frühstück wurde uns direkt am Meer serviert.
 
vor 8 Monaten zog ein Zyklon über die Virgin Cove Bucht,
immer noch sieht die Gegend ziemlich mitgenommen aus 



 
 Herzblatt : )
 
unsere Fale

links unsere Fale von innen und rechts Gemeinschaftsbad im Freien
 
enldich Sonne!

Virgin Cove bei Sonnenschein
 
Wir bekamen eine Mitfahrgelegenheit nach Apia, dort mieteten wir uns ein Auto und machten uns auf den Weg zum anderen Ende der Insel Upolu, unserem nächsten Ziel -Lalomanu Beach. Wie in Neuseeland fährt man heutzutage in Samoa auf der linken Straßenseite, vor vier Jahren hat die Samoanische Regierung einfach beschlossen den Verkehr auf die linke Seite zu verlegen, weil das einfacher für die Touristen aus Neuseeland sei… okay.. das ist eine interessante Argumentation, zumal das Straßennetz in Samoa im Wesentlichen aus einer einzigen Hauptstraße rund um die Insel plus weiterer kleiner Nebenstraßen ins „Landesinnere“ besteht.
 
oberes Bild Falefa Wasserfälle, unteres Bild eine der vielen Kirchen
Nun gut, gefahren wird also jetzt links, gesessen wird dort wo das Auto das Lenkrad hat, und das ist bei jedem Auto andersDie Fahrt ging zuerst eine ganze Weile der Küste entlang durch kleine Dörfer. Die typische samoanische Behausung ist die Fale, ein Bau offen nach allen Seiten, klassisch in ovaler Form mit betoniertem Boden der mit gewobenen Matten ausgelegt ist  und darüber ein Dach das von Holzpfosten gehalten wird. Möbel im westlichen Stil gibt es nicht, wenn dann Stühle ringsum an den Pfosten, keine Tische, höchstens kleine Tischchen, neben den Stühlen und Truhen in denen Habseligkeiten aufbewahrt werden. Die Mitte des Raumes ist eigentlich immer frei.
Weil es außerhalb von Apia keine Kanalisation gibt steht neben jedem Haus das Fale Uila - die Toilette. Fale Uila bedeutet "Generatorenhaus" : ) klassisches Plumpsklo, nur ohne Herzchen in der Tür. Ist die Grube zu voll, wird Erde drüber geschaufelt, ein neues
Loch ausgehoben und das Klo versetzt. Fertig.
Für europäische Augen mag die Fale etwas befremdlich erscheinen den im Grunde gibt es so gut wie keine Privatsphäre. So sahen wir unterwegs Leuten bei ihrem Mittagsschlaf auf einem Bett oder einer Matratze mitten im „Haus“ zu, beim Kochen oder bei der Handarbeit.
Ich habe mich nicht getraut viele Fotos zu machen da meistens Familienmitglieder in der Fale oder drum rum waren und man möchte ja selbst zuhause auch nicht in den eigenen vier Wänden von irgendwelchen Touristen fotografiert werden.
Auf dem Weg nach Lalomanu machten wir auch Stopp an den Falefa Wasserfällen wo schon wieder dicke schwarze Regenwolken über uns hingen, der nasse Niederschlag ließ dann auch nicht mehr lange auf sich warten. Teilweise war die Sicht über die Le Mafa Pass nach Lalomanu so schlecht das wir anhielten und als der Regen doch auch nicht ein bisschen nachließ wieder im Schneckentempo weitergefahren sind. Erlaubte Höchstgeschwindigkeit ist 55km/h, und es empfiehlt sich die Augen offenzuhalten um nicht versehentlich ein Huhn, Hausschweine oder Hunde zu überfahren die manchmal ganz spontan die Straße überqueren.

Taufua Beach Fales in Lalomanu
 
schlechte Wetterwolke am Lalomanu Strand
 
Lalomanu Beach ist angeblich der schönste Strand auf Upolu und auch hier hatten wir wieder eine Beach Fale gebucht, kein Luxushotel der Welt kann den besten Schlafplatz direkt am Strand ersetzen! Naja vielleicht ist das nicht so ganz wahr… oder nur wahr wenn das Wetter schön ist.
Wegen Überbuchung wollte man uns in die Bergunterkunft schicken doch davon waren wir nicht begeistert und so wurde  kurzerhand und in strömenden Regen eine Fale geräumt, zwei Matratzen in unser Schlafgemach getragen und prompt konnten wir einchecken. Leider blieben die Matratzen durch die hohe Luftfeuchtigkeit die ganze Zeit unseres Aufenthalts feucht und muffig.
Das Frühstück und Abendessen wurde an einem großen langen Tisch serviert so kam man leicht ins Gespräch mit anderen Gästen. Taufua Beach Fales ist ein Ort der absolut auf Gemeinschaft ausgelegt ist. 

Taufua Beach Fales in Lalomanu
 
die Linke ist unsere Fale mit unserem Mietwagen den man hier halb sieht hinter der Fale
 
unser Schlafgemach 
 
Strandfales
 
einfach schön, Lalomanu ganz früh am Morgen
 
Auch Dienstagmorgen waren wir umringt von schwarzen Regenwolken doch wir ließen uns nicht abhalten weiter die Insel zu erkunden solange wir noch den Mietwagen hatten.
Wir fuhren an die nicht weit entfernten Fuipisa Wasserfälle in Lotofaga. Am Eingang bezahlten wir eine kleine Gebühr von 5 Tala (ca. 1.50 Euro). Kurz nach dem Parkplatz muss man einen kleineren Fluss überqueren und anschließend ging es durch den grünen  Dschungel zu den 55 Meter hohen Wasserfällen. Durch den vielen Regen in den vergangenen Tagen war der Erdboden ganz schön aufgeweicht und unsere Badelatschen blieben regelmäßig im Schlamm stecken.
Der Wasserfall war wirklich spitze, die Wasserfluten stürzen in eine tiefe Regenwaldklinge, ein gigantischer Anblick. Wir konnten gerade noch ein paar Fotos im Nieselregen schießen als der starke Regen einsetzte. Glücklicherweise gab es am Wasserfall eine kleine Regenfale, wir machten uns in dem Willkommenen Unterschlupf gemütlich  und  wateten über eine Stunde während wir dem Regen zuschauten.
Als allerdings kein bisschen blauer Himmel aufzogen und der Regen auch mal wieder nicht nachzulassen schien beschlossen wir den Rückweg anzutreten.
Zurück am Fluss mussten wir feststellen dass eine rechte Sturzflut die Wassertiefe auf Oberschenkelhöhe ansteigen ließ. Caio wagte die Flussüberquerung zuerst doch landete im Wasser da ihm die starke Strömung schlichtweg die Füße unter dem Boden wegzog, die hat auch gleich noch einer seiner Badelatschen mitgenommen und Caio schmiss den anderen grantig nach.
Nun war ich an der Reihe, ich hatte Fotokamera, I-Pad, Autoschlüssel und Reisepässe in der Tasche und wollte auf keinen Fall meine geliebte Kamera im Fluss versenken. Caio hatte die Idee ich sollte doch einfach alles zu ihm rüber werfen aber das war mit meinem Werfer Talent zu riskant. Also watete ich vorsichtig Flussaufwärts bis ein paar Bäumchen in meine Griffnähe kamen, sie sahen zwar nicht so aus als würden sie halten doch Gott sei Dank haben sie sich durch mein festhalten nicht entwurzelt und ich bin sicher auf der anderen Seite angekommen.
Sightseeing war für diesen Tag beendet, wir badeten den restlichen Nachmittag am Lalomanu Beach.
Fuipisa Wasserfall
  
wir hatten gleichviele Regen wie Sonnentage, heute war ein Regentag...
 
 
 
Am darauffolgenden Tag kam endlich wieder die Sonne raus, das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite und wir besuchten am Vormittag das Te Sua Ocean Trench, unser Samoa Highlight!
Ein Badeparadies das in einem wunderschön angelegten Garten liegt.
Das Ocean Trench ist ein tiefer Graben der vom Meerwasser gespeist wird, so eine schöne Badestelle gibt es bestimmt kein zweites Mal auf der Welt. Über eine steile Leiter steigt man ins türkisene Wasser  hinunter, die kühle Abkühlung ist herrlich, man hat das Gefühl einen geheimen Schatz entdeckt zu haben wären da nicht noch die anderen Besucher. Ganz Mutige tauchen am Rande der Höhle etwa 30 Sekunden und kommen dann außen an der Küste mitten in der Brandung wieder raus...zu denen gehörten wir aber nicht.
Später besuchten wir noch die Sopoaga Wasserfälle. Wieder gigantische Wasserfälle die sich in eine tiefe Dschungel Schlucht hinabstürzen.
 
herrlich, das Te Sua Ocean Trench

über die steile Leiter geht's nach unten
 
Gartenanlage am Te Sua Ocean Trench mit Sonnenschutz Fales



Upolu's Lave Blow Holes
 
 Sopoaga Wasserfall

typisch offene Behausung

die Samoaner sind gläubige Leute, in jedem noch so kleinen Dorf steht mindestens eine Kirche

 samoanische Schule
 
Am Abend gab es eine "FiaFia Night", eine Tanzshow von jungen Männern und  Frauen, die zu Trommeln und Gitarre und einem Blechdosen-Schlagzeug typische samoanische Tänze zeigen und die "Bühne" ab und zu in Flammen setzen. Ein schöner Ausklang für unseren Aufenthalt in Taifua Beach Fale.
 
FiaFia Night in der Taufua Beach Fales
 
Am Donnerstagmorgen schwammen vor dem Riff  etwa 50 Meter vom Strand entfernt eine Herde Buckelwale vorbei die klatschend ihre Schwanzflossen ins Wasser schlugen. Wir verbrachten den Vormittag mit schwimmen und relaxen am Lalomanu Beach. Gegen Mittagszeit packten wir schnell unsere Sachen zusammen und fuhren weiter zum Aga Reef Resort unserem letzten Quartier unserer Samoa Reise.
 
 
 
Auf Wiedersehen Lalomanu
 
unterwegs auf der idyllische Inselstraße
 
 
Als wir am Aga Reef Resort ankamen fand gerade ein Palmblatt-korbweben und Kokosnuss Demonstration am Strand statt.
Hier ließen wir auch unseren Mietwagen von Apia Rentals abholen, letztendlich mussten wir noch eine „Strafe“ von 100 Tala entrichten (ca. 32 Euro) weil wir den Tank nicht aufgefüllt hatten, der Grund dafür war das die einzige Tankstelle in dieser Gegend  das Benzin ausgegangen war und die nächste Lieferung erst in der darauffolgende Woche erwartet wurde.
Das Aga Reef Resort war brand neu, die Luxusunterkunft wurde erst im April diesen Jahres geöffnet und wir bekamen ein Neu-Eröffnungsrabatt von 50%.
Unser Ocean View Room war schön, am meisten freuten wir uns auf eine Dusche die sogar heißes Wasser hatte, nicht das es in Samoa nötig wäre aber es ist halt doch schön wenn das Wasser nicht eiskalt ist und man nicht die Hauptstraße zum Gemeinschaftswaschhäuschen überqueren muss. Wir wuschen erst mal das Salz und den Sand von den letzten zwei Tagen ab denn am Tag zuvor kam nämlich in Taufua kein Tröpfchen Wasser aus den Wasserhähnen.  
Die letzten Urlaubstage hatten wir Sonne pur, wir nahmen es gemütlich. Entspannung heißt ja nicht, überhaupt nichts zu tun, sondern etwas anderes zu tun und so genossen wir die schönen Dinge im Leben: schnorcheln, Mittagsschlaf, lokales köstliches Essen und ein gutes Buch.  
 Korbflechten aus Palmblättern
 
Strand des Aga Reef Resort
 
 
Ausblick von unserem Ocean View Balkon
 
das Leben ist schön...
 
 
 
 ...if you like Pina Colada & get caught in the rain...mein Liebings Urlaubs Song

 
Tschüssikowski Samoa